Das "Sich-Selbst-Bewusst-Sein" ist für jeden Menschen ein sehr wichtiger Punkt auf dem Weg seiner Entwicklung, für seine Evolution.

Für einen Hilfesuchenden, der aus der Krankheit heraus nach Gesundheit, nach „Heil-Sein“ strebt, ist sie der wichtigste Teile seiner Behandlung. Das "Sich-Selbst-Bewusst-Werden" ist das ständige Bemühen des einzelnen, seine Gewohnheiten und vermeintlichen Notwendigkeiten, seine Leidenschaften und Gefühle zu kontrollieren und zu hinterfragen, um dadurch seinen ethisch-moralischen Lebenswandel zu vervollkommnen. Besonders niedere Leidenschaften und Süchte, Verhaltensmängel und negative Gefühle sollten erkannt und in Tugenden umgewandelt werden. Um dieses zu erreichen, sollte man auf folgende Punkte achten:

Ruhe:

Unser Körper braucht zum Regenerieren regelmässige und ungestörte Ruhephasen. Je nach Alter, Temperament und Beruf des einzelnen soll man so lange schlafen, wie es der Körper verlangt. (8 Stunden gelten als normal für einen erwachsenen Menschen. Bei älteren Menschen kann sich das Schlafbedürfnis auf 6 Stunden reduzieren.) Schlaflosigkeit führt bei Erwachsenen, Jugendlichen, und besonders bei Kindern zu psychischen Störungen und damit zur organischen Erkrankung. Da Beruhigungs- und Schlafmittel Abhängigkeit und Depression verursachen können, sollten solche Schlaf-Störungen ganzheitlich behandelt werden.

Freizeit:

Die Notwendigkeit von Freizeit für unser menschliches Dasein dürfte wohl unumstritten sein. Jedoch sollte Freizeit nicht nur zur Zerstreuung der Gedanken und zur passiven Hingabe (Fern-sehen) da sein, sondern man möge sich auch der aktiven und konstruktiven Freizeitgestaltung widmen, sich im Gespräch mit Dingen des Nicht-Alltäglichen auseinandersetzen (Nah-sehen). Man sollte also in seiner Freizeit auch etwas tun, was das geistige Wachstum fördert.

Körperhygiene:

Unser Körper soll durch den richtigen und wohldosierten Gebrauch von Licht (Sonne), Luft und Wasser, je nach Möglichkeit des einzelnen, gesund und sauber gehalten werden.

Nahrung:

Unser Körper soll in der richtigen Zusammensetzung und in den richtigen Proportionen alle grundlegenden und notwendigen Nährstoffe, wie Proteine. Kohlenhydrate, Fette, Mineralsalze und Vitamine erhalten. Fleisch als Grundnahrungsmittel sollte auf dem Wege der spirituellen Entwicklung reduziert werden. Dabei sollte man jedoch nicht radikal vorgehen.  

Leidenschaften, Süchte:

Unser Körper ist der Schrein, die Behausung unserer Seele. Um unser körperliches Gleichgewicht und die innere Harmonie zu erhalten, sollten wir stets bemüht sein, in kleinen Schritten neue Tugenden zu erlangen, um dadurch Leidenschaften, Süchte und moralische Mängel, die uns seit langer Zeit schon begleiten, abzubauen. Die Völlerei, scheinbar harmlos und gesellschaftsfähig, trägt ganz wesentlich zur Überbelastung und damit zum Verfall unseres physischen Körpers bei. Das Rauchen, ebenfalls eine scheinbar harmlose Untugend, kann doch schwere Störungen und Schäden verursachen, besonders am vegetativen Nervensystem – vom Lungenkrebs ganz zu schweigen. Je sensibler eine Person ist, umso größer sind die Störungen und Schäden. Nikotin ist eine Droge. Sie wirkt zerstörerisch auf Geist und Körper und das wiederum führt zu einer psychischen „Stumpfheit.“ Die Wirkung von Alkohol auf den Menschen und auf sein Verhalten ist hinreichend bekannt. Der erhöhte Genuss von Alkohol fördert den moralischen Verfall von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Körperlich ein „Selbstmord auf Raten“. Beim Reduzieren von Essen, Tabak und Alkohol sollte man keineswegs radikal vorgehen, denn auch Fanatismus ist keine Tugend. Wir sollten nicht vergessen, das Übel liegt im zuviel ! „Die Dosis macht das Gift“ (Paracelsus) Es ist sicher völlig unnötig, an dieser Stelle noch viel über Rauschgifte zu sprechen. Zeitungen übermitteln uns nahezu täglich mehr als deutliche Bilder und schildern uns Einzelschicksale. Es ist erschütternd zu sehen, wie Süchtige langsam auf die unterste soziale Stufe absinken.

Moralische Mängel, Psychohygiene:

Wir sollten auch nicht die Evangelisten vergessen, die uns lehren, dass nicht das tötet, was in den Mund hineingeht, sondern das, was aus ihm herauskommt: unsere Worte, unsere schlechten Gedanken, unsere Gesinnung. Für uns selbst und dadurch indirekt für unser Umfeld ist es sehr förderlich, „be-wusster“ zu werden, in allem, was wir tun und sagen! Die geistigen/universellen Gesetze, die für jeden Menschen gelten, lehren uns: Aktion = Reaktion ! Ursache = Wirkung ! Und so ist es logisch, uns mit Positivem zu befassen und es zu leben!